In Europa gibt es gleich mehrere äußerst schaurige Orte. Wo einst großes Unheil geschah, berichten Menschen heute von unerklärlichen Erscheinungen, seltsamen Lichtern oder Türen, die sich von selbst öffnen. Hausen hier Geister?

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Das Licht einer Ermordeten

Ein Licht in der Dunkelheit des Waldes – und ein Mädchen, das in dem unheimlichen Gehölz grausam ermordet wurde. Im Brieselanger Forst bei Berlin ist in der Nacht ein Licht zu sehen. Das Mädchen, das hier Opfer eines Verbrechens wurde, findet keine Ruhe. Es wandert seitdem im Wald umher – in Form eines fahlgrünen Lichts. Irgendwo im Wald soll sie auch begraben liegen.

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Die Geisternonne wandert umher

Im Kloster Wessobrunn in Oberbayern lebten Nonnen des Benediktinerordens. Eine junge Frau trat dem Orden bei, brach aber ihr Gelübde. Sie floh aus dem Kloster und versteckte sich unweit von Wessobrunn. Vor Kummer starb sie dort und geistert angeblich auch heute noch des Nachts durch die Klostermauern. In ein weißes Gewand gehüllt wurde sie des Öfteren in den Klostergängen gesichtet.

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Die weiße Frau im Wald

An der Staatsstraße 2080 im Ebersberger Forst, nur etwa zehn Kilometer von München entfernt, soll die sogenannte „weiße Frau“, eine mysteriöse Geistergestalt, ihr Unwesen treiben. Immer wieder, so wird erzählt, taucht sie nachts am Straßenrand in der Nähe der kleinen Hubertus-Kapelle auf und erschreckt ahnungslose Autofahrer. Der Legende nach soll diese Erscheinung ein ruheloser Geist sein, der eines Nachts in der Nähe von Ebersberg Opfer eines Verkehrsunfalls wurde. Der Verursacher, ein Autofahrer, soll die Mutter und ihre beiden Kinder sterbend am Wegesrand zurückgelassen haben. Seitdem – so heißt es – erscheint die Frau als weiße Gestalt an dieser Straße oder auch auf dem Rücksitz durchfahrender Autos, um den Schuldigen zu finden. Die Autofahrer auf der Forststraße fahren inzwischen vorsichtiger im Bereich der Hubertus-Kapelle, denn tatsächlich kommt es hier immer wieder zu Unfällen.

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Gesänge aus der Tiefe in Breslau

Ein besonders mysteriöser Spukort findet sich im polnischen Breslau. Dort spukt es sogar in zwei nahe beieinander gelegenen Häusern. Jedes Jahr zur Adventszeit soll tief aus den uralten Gebäuden ein wunderbarer tausendstimmiger Gesang tönen. Verfolgt man die „Stimmen“, klingen sie aus größerer Tiefe herauf, bis sie von selbst aufhören. Es geht die Rede, dass eines der Häuser vor vielen hundert Jahren ein Kloster gewesen sei. Die Stimmen sollen zu den längst verstorbenen Nonnen gehören, die einst dort lebten. Das eine Haus befindet sich in der Nikolaistraße 69, das andere in der Altbüßergasse 11 – bis heute heißt es „Zur stillen Musik“.

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Die Seelen der Gepeinigten

Gleich mehrere Schlossgeister spuken in Chillingham Castle, einer über 800 Jahre alten Burg im Norden Englands. Kein Wunder: In der Folterkammer, tief im Keller des altehrwürdigen Gemäuers, erlitten die Insassen unvorstellbare Qualen. Der berühmt-berüchtigte Foltermeister John Sage kochte seine Gefangenen – oder ließ sie bei lebendigem Leib verbrennen. Viele unruhige Seelen streifen Erzählungen zufolge heute durch das Gemäuer: ein Junge, von dem bläuliche Lichterscheinungen ausgehen, die untröstliche Lady Mary Berkeley, die von ihrem Ehemann verlassen wurde – und natürlich der Geist von John Sage selbst. „In jedem Raum im Chillingham Castle spukt es“, bemerkte sogar der amerikanische Dichter Henry W. Longfellow.

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Der ewige Student von Bochum

Lange soll der Student Hajo an seiner Doktorarbeit gesessen haben. Er versuchte, seine Arbeit immer auf den neuesten Stand der Wissenschaft zu bringen. Und so schaffte er es nicht, ein Ende zu finden. In den 1970er Jahren begann er mit seiner Dissertation – und als er in den 1990ern starb, blieb sie unvollendet. Seither wandelt der ewige Student nachts durch die Hörsäle der Ruhruniversität Bochum, vor allem durch das Institut für Geisteswissenschaften. Angeblich versucht er noch immer, seine Doktorarbeit abzuschließen – und wurde dabei häufig in Form eines Schattens von heutigen Studenten der Universität gesichtet.

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Tödliches Spiel

Im Glamis Castle in Schottland gehen gleich mehrere Geister um. Das Schloss, in dem auch die Queen Mom aufgewachsen ist, war der Wohnsitz der Earls of Strathmore. Eine Legende erzählt von Earl Beardie: Er soll spielsüchtig gewesen sein und Angestellte sollen ihn darauf hingewiesen haben, dass der Sonntag naht und er deshalb sein Spiel beenden sollte. Doch der Earl wurde wütend. Er wollte weiterspielen, wenn es sein müsse, auch mit dem Teufel höchstpersönlich. Daraufhin soll der Teufel erschienen sein und die beiden begannen ein Spiel. Dabei verlor der Earl seine Seele an den Teufel. Noch heute hört man angeblich die Würfel des Earls in den Gemäuern klackern: Noch immer würfelt er mit dem Teufel um seine Seele.

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Die geheimnisvolle Kapelle im Wald

Auf dem Uhlberg, etwa sieben Kilometer westlich von Treuchtlingen, steht tief im Wald eine vergessene und verwunschene Kirchenruine. Vor über 800 Jahren gründeten Benediktinerinnen dort in der Abgeschiedenheit ein kleines Kloster. Im Jahre 1466 wurde auf Veranlassung des Papstes auf dem Berg auch eine Kirche gebaut. Dort wurde die sogenannte „Mondsichel-Madonna“ aufgestellt. Heute ist der Ort wahrlich unheimlich: Weit abgeschieden von allem, hört man dort oben keine Waldgeräusche. Es scheint, als ob sogar Tiere diesen Ort meiden. Nachts soll eine weiße Frau in der Ruine herumspuken. An den Wänden der Ruine finden sich Blutspuren. Schon seit Jahrhunderten ist die Ruine deshalb ein Treffpunkt für Mystiker.

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Schreie der Gequälten

Die verfallenen Heilstätten in Beelitz in der Nähe von Berlin gehören wohl zu den gruseligsten Orten Deutschlands. Die Lungenheilstätte wurde seit dem Jahr 1898 erbaut, um die um sich greifende Tuberkulose zu bekämpfen. Im ersten und zweiten Weltkrieg diente die Anlage als Lazarett. In der sogenannten „Chirurgie“ wurden zu dieser Zeit Patienten häufig aus Mangel an Betäubungsmitteln quasi bei vollem Bewusstsein operiert. Noch immer hallen angeblich die Schreie der schmerzgeplagten Patienten in den Räumen wider…

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Das Klagen der Pesttoten

Eine kleine Kapelle befindet sich in einem abgelegenen Waldstück bei Pollingsried in der Nähe von Weilheim in Oberbayern. Die Kapelle wurde einst auf einem Friedhof für Pesttote errichtet, als die Epidemie in der Gegend um sich griff. Dort draußen im Wald sollen noch immer die Schreie der Toten, vor allem die von Frauen und Kindern zu hören sein. Die Pesttoten mussten schnell begraben werden, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Gut möglich also, dass manche von ihnen zu früh begraben wurden. Und die Schreie, als sie unter der Erde wieder erwachten, tönen angeblich noch heute durch den Wald. Außerdem erzählen die Leute aus der Gegend von einem schwarzen Geisterhund mit leuchtend roten Augen, der nachts an der Kapelle durch den Wald streifen soll.