An manche Dinge sind wir so gewöhnt, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Die Unterscheidung zwischen Herren- und Damenrädern zum Beispiel.

Klassischerweise schwingen die Männer wegen einer Mittelstange ihr Bein übers Hinterrad, die Frauen steigen über die Mitte ein. Aber warum hat das Herrenrad eigentlich diese Stange?

Eigentlich müsste die Frage lauten, warum es beim Damenrad diese Stange nicht gibt, denn sie verleiht dem Rahmen zusätzliche Stabilität. Allerdings trugen Frauen früher lange Röcke und konnten so schwer auf ein Rad mit Querstange steigen. Es hätte auch durchaus als unschicklicher Anblick gegolten, wenn eine Dame mit einer Metallstange zwischen den Beinen gesehen worden wäre.

Der klassische „Diamantrahmen“ ist die gängigste Rahmenform bei Fahrrädern und wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, hier heißt die Stange korrekt „Oberrohr“. Für die Damenmodelle wurde das Oberrohr zunächst schräg nach unten versetzt (Trapezrahmen). Bei moderneren Modellen wird es oft ganz weggelassen.

Mittlerweile können Ladys also durchaus auch auf „Männerrädern“ durch die Gegend brettern, aber die Unterscheidung hat sich bis heute teilweise aus Gewohnheit gehalten. Eigentlich werden Fahrräder heutzutage für spezielle Anforderungen produziert, also zum Beispiel in Trekking-, City-, Mountainbikes et cetera unterteilt.